Der Einfuhrabgabenbescheid und seine Prüfung

von Autorenteam (Kommentare: 0)

Unternehmen der Logistikbranche, des Handels und des verarbeitenden Gewerbes habe regelmäßig mit der zollrechtlichen Abwicklung von Einfuhrvorgängen zu tun. Damit ergehen gegen diese Unternehmen Einfuhrabgabenbescheide. Ein Einfuhrabgabenbescheid ist ein Steuerbescheid und muss genauso wie dieser behandelt werden. Sie müssen innerhalb der Rechtsbehelfsfrist von einem Monat geprüft werden. Die Erfahrung zeigt, dass Einfuhrabgabenbescheide genauso wie andere Steuerbescheide Fehler enthalten. Die Fehler können zu unnötigen Mehrabgaben führen. Durch eine Prüfung und das rechtzeitige Einlegen eines Einspruchs lassen sich viele dieser unnötigen Zoll- und Steuerbelastungen vermeiden.

Prüfung – Einfuhrabgabenbescheid

Zur Prüfung eines Einfuhrabgabenbescheides aufgrund einer normalen Zollanmeldung sind folgende Unterlagen notwendig:

  • Kopie der Zollanmeldung
  • Kopie der Zollwertanmeldung
  • Verträge
  • Handelsrechnungen
  • Frachtkostenrechnungen etc.
  • Unterlagen zu Beistellungen

Fehlerentdeckung

Die regelmäßige Prüfung von Einfuhrabgabenbescheiden deckt auch auf, wenn Unregelmäßigkeiten oder Fehler geschehen. Solche können beispielsweise sein:

  • Verwendung unzutreffender Zolltarifnummern
  • Verwendung von Pro Forma-Rechnungen mit zu niedrigen Verkaufspreisen
  • Fehlen notwendiger Unterlagen wie Ursprungszeugnissen

Durch die Prüfung von Steuerbescheiden und allen notwendigen Unterlagen lässt sich feststellen, ob etwas fehlt oder falsch angemeldet wurde. So kann man frühzeitig Organisations- und Arbeitsabläufe umstellen. Werden entsprechende Dinge erst nach Jahren im Rahmen einer Zollprüfung aufgedeckt, werden häufig große Nachzahlungsbeträge festgesetzt. Außerdem ist es viel schwieriger, nach Jahren unklare Sachverhalte aufzuklären.

Seminar

Im Rahmen der Septembertagung der BeCo Beratercooperation e.V. haben die Autoren rechtliche Grundlagen, den Aufbau eines Einfuhrabgabenbescheides und Prüfungstechniken dargestellt.

Autoren: Peter Scheller, Steuerberater – Master of International Taxation – Fachberater für Zölle und Verbrauchsteuern, Susanne Zaczek, Expertin für Zollabwicklung

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