Gelangensbestätigung und Werklieferung

von Peter Scheller (Kommentare: 0)

Die Gelangensbestätigung ist ein zentrales Element der Nachweisführung im innergemeinschaftlichen Handel. Der Nachweis des Gelangens von Waren und Gütern in andere EU-Mitgliedsstaaten ist wichtig für die Befreiung von der Umsatzsteuer von innergemeinschaftlichen Lieferungen.

Es gibt in diesem Zusammenhang spezielle Herausforderungen, die wir in der Folge darstellen werden. Eine spezielle Frage ist, wie Werklieferung umsatzsteuerlich zu behandeln sind. Bei Reparatur-, Umbau- und Refitaufträgen stellt sich immer die Frage, ob eine Werklieferung oder Werkleistung vorliegt. Eine Werklieferung liegt vor, wenn der leistende Unternehmer einen Hauptstoff zur Auftragsabwicklung verwendet. Verwendet er dagegen nur Nebenstoffe wie beispielsweise Kleinmaterial, führt er eine Werkleistung aus. Die Werklieferung wird umsatzsteuerlich als Lieferung und die Werkleistung als sonstige Leistung behandelt. Das führt zu vollkommen unterschiedlichen steuerlichen Folgen.

Für Reparaturaufträge hat das BMF eine generelle Nichtbeanstandungsregelung erlassen (BMF vom 12.12.2012, IV D 2 – S 7112/11/10001). Diese so genannte 50% Regelung besagt, dass eine Reparatur eines Beförderungsmittels dann eine Werklieferung darstellt, wenn das verwendete Material einen Entgeltanteil von mehr als 50% am Gesamtentgelt hat.

Handelt es sich bei dem Auftrag um ein Werklieferung, stellt die Reparatur eine innergemeinschaftliche Lieferung dar, wenn der Gegenstand in ein anderes EU-Mitgliedsland gelangt. Das bearbeitende inländische Unternehmen muss nach Reparatur eine Gelangensbestätigung vom Auftraggeber anfordern. Ohne eine Gelangensbestätigung ist die Steuerfreiheit gefährdet.

Autor: Peter Scheller, Steuerberater, Master of International Taxation

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