Handwerk und Zoll

von Susanne Zaczek (Kommentare: 0)

Um Aufträge in Nicht-EU-Staaten ausführen zu können brauchen auch Handwerker Zollpapiere. Dies gilt für Länder wie die Schweiz, Norwegen oder auch weitere Nicht-EU-Mitgliedsstaaten wie Russland oder die Ukraine.

Zusätzlich zu den erforderlichen Arbeitsgenehmigungen gibt es hier weitere Klippen: Die notwendigen Zolldokumente für die Ausfuhr aus der EU und die Einfuhr in das Drittland, sowie die Dokumente, die zur Wiederausreise und zur Wiedereinreise notwendig sind.

  • Für das Material, das dort verbaut und möglichst umsatzsteuerfrei geliefert werden soll, benötigt man die Ausfuhrbegleitdokumente zur endgültigen Ausfuhr.
  • Im Drittland benötigt man dafür eine Einfuhrverzollung zur Entrichtung der Einfuhrabgaben. Dieses ist oftmals problematisch, falls an Privatpersonen geliefert werden soll.
  • Für das Werkzeug reicht meist eine einfache Auflistung, soweit es sich um mechanische, von Hand zu führende Werkzeuge handelt.
  • Für Maschinen muss neben einer temporären Ausfuhranmeldung eine Rückwarenerklärung (für die spätere Wiedereinfuhr) erstellt und vom Zoll abgestempelt werden. Wird das versäumt, so werden die vollen Einfuhrabgaben auf das eigene Werkzeug bei der Wiedereinfuhr erhoben.
  • Im Drittland muss eine vorübergehende Verwendung oder ein so genannter Freipass angemeldet und Sicherheit für die zu erwartenden Einfuhrabgaben geleistet werden.
  • Dieses Verfahren muss dann bei der Wiederausreise korrekt abgeschlossen werden, um die Sicherheitsleistung zurück zu erlangen.
  • Bei der Wiedereinreise muss eine Einfuhranmeldung zur Wiedereinfuhr unter Vorlage der Rückwarenerklärung erfolgen.

Für alle diese Vorgänge muss die Gestellung beim jeweils zuständigen Zollamt erfolgen. Die Zollanmeldungen müssen überwiegend elektronisch erfolgen. Daher empfiehlt es sich vor der Akquise von Auslandsaufträgen entsprechenden Rat einzuholen.

Autor: Susanne Zaczek, www.zoll-service-kiel.de

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