Richtige Verbuchung bei grenzüberschreitenden Lieferungen

von Peter Scheller (Kommentare: 0)

Grundsätzlich sind Lieferung in das Ausland umsatzsteuerfrei. Das gilt sowohl für innergemeinschaftliche Lieferungen wie für die Ausfuhr. Waren und Gegenstände müssen dabei vom Inland in ein anderes EU-Mitgliedsland (übriges Gemeinschaftsgebiet) oder das Drittland gelangen. Es ist offensichtlich, dass Unternehmen den Nachweis für das Vorliegen der Steuerfreiheit erbringen müssen. Zu Auseinandersetzungen mit der Finanzverwaltung kommt es immer dann, wenn Nachweis und Dokumentation fehlerhaft oder unvollständig sind.

Bei der Ausfuhr und den innergemeinschaftlichen Lieferungen müssen zwei Arten von Nachweisen erbracht werden:

Nachweisart Beschreibung Rechtsquelle
Belegmäßiger Nachweis Belege:

 

  • Ausfuhr: Gelangensbestätigung
  • i.g. Lieferung: Ausgangsvermerk
  • § 8 – 12 UStDV
  • §§ 17a und 17b UStDV
Buchmäßiger Nachweis Aufzeichnungen
  • § 13 UStDV
  • § 17c UStDV

Verantwortliche schenken dem Belegnachweis zwischenzeitlich die entsprechende Aufmerksamkeit. Fehlende Belege führen regelmäßig zur Versagung der Steuerfreiheit. Dem buchmäßigen Nachweis wird dagegen wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dass dies nicht risikolos ist, zeigt die steigende Anzahl der Fälle, in denen die Finanzverwaltung die Ordnungsmäßigkeit der Aufzeichnungen für nicht ausreichend hält und deshalb die Steuerfreiheit versagt.

Einen solchen Fall hatte der BFH (Urteil vom 28.08.2014, V R 16/14) zu entscheiden. Danach ist es zum buchmäßigen Nachweis ausreichend, wenn das Unternehmen die Ausfuhrlieferungen auf einem separaten Konto unter Verweis auf die jeweilige Rechnungen verbucht. Nicht erforderlich sei, dass zusätzlich ein Warenausgangsbuch geführt oder allgemein die Buchführung als ordnungsgemäß anzusehen sei.

Das Risiko beim buchmäßigen Nachweis ist die zeitliche Komponente. Der Steuerpflichtige kann den Belegnachweis bis zum Ende der mündlichen Verhandlung vor dem Finanzgericht führen. Der Buchnachweis dagegen muss bis zum Zeitpunkt vorliegen, zu dem der Unternehmer die Ausfuhrlieferung in seiner Umsatzsteuer-Voranmeldung angeben muss. Hat er den Buchnachweis bis dahin nicht geführt, kann dieser nicht mehr nachgeholt werden.

Hinweise:

(1) Unternehmen sollten immer die zeitgerechte Verbuchung der Ausfuhr vornehmen. Ergänzungen und Berichtigungen können später noch durchgeführt werden; nicht aber die erstmalige Verbuchung.

(2) Diese Grundsätze gelten nicht nur für die Ausfuhr, sondern auch für innergemeinschaftlichen Lieferungen.

Autor: Peter Scheller, Steuerberater – Master of International Taxation

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