Seminare: Ladungsträger und Steuern

von Chefredakteur (Kommentare: 0)

Das Bundesfinanzministerium hat kürzlich eine ganze Branche in Aufregung versetzt. Auslöser war ein Schreiben vom 05.11.2013 zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Palettenpfandgeld und Palettentauschsystemen. Dem verständigen Leser dieses Schreibens wird sofort klar, dass betroffene Unternehmen eigentlich keine Chance haben,  alles richtig zu machen. Und das führt zu steuerlichen Risiken für die betroffenen Unternehmen.

In zwei Beiträge haben die wesentlichen Inhalte des BMF-Schreibens dargestellt und kommentiert:

Die Ausführungen führen dazu, dass Unternehmen kaum in der Lage sein werden, Vorgänge umsatzsteuerlich richtig zu qualifizieren. Das beschwört aber steuerliche Risiken herauf, wenn in einer Betriebsprüfung festgestellt wird, dass die Umsatzsteuerliche Behandlung nicht zutreffend war.

  • Hat ein Unternehmer mit Umsatzsteuer abgerechnet, war er aber hierzu nicht berechtigt, weil es sich beispielsweise um einen nicht steuerbaren Leistungsaustausch handelte, schuldet er die Umsatzsteuer trotzdem. Der Leistungsempfänger darf diese fälschlich in Rechnung gestellte Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer abziehen. Der Betriebsprüfer streicht den Vorsteuerabzug.
  • Aber auch der umgekehrte Fall kann risikoreich sein. Ein Unternehmer hat fälschlicherweise ohne Umsatzsteuer abgerechnet, hätte es aber tun müssen, weil nach Auffassung der Finanzverwaltung ein steuerpflichtiger Leistungsaustausch vorliegt. In diesem Fall wird der Prüfer die Umsatzsteuer aus dem Rechnungsbetrag herausrechnen und vom Rechnungsteller fordern. Der Leistungsempfänger hat aber keinen Vorsteuerabzug, weil ihm keine Rechnung mit Umsatzsteuerausweis vorliegt.

Natürlich können die steuerlichen Auswirkungen dadurch richtig gestellt werden, dass die Rechnungen berichtigt werden. Aber es entstehen häufig doch wirtschaftliche Schäden:

  • Das offensichtlichste Problem ist, dass eine Rechnungsberichtigung daran scheitern könnte, dass einer der Vertragspartner zwischenzeitlich insolvent geworden ist.
  • Aber auch bei möglicher Rechnungsberichtigung können sich Schäden ergeben. Häufig werden entsprechende Feststellungen erst Jahre später durch eine Betriebsprüfung festgestellt. Das kann dazu führen, dass eine Umsatzberichtigung rückwirkend durchgeführt wird, während der Vorsteuerabzug erst im Zeitpunkt der Rechnungsberichtigung – also zum heutigen Zeitpunkt – möglich wird. Hieraus kann sich ein Zinsschaden ergeben, weil die Umsatzsteuerverbindlichkeit möglicherweise für mehrere Jahre rückwirkend mit 6% p.a. zu verzinsen sind, während kein entsprechender Zinsanspruch beim Rechnungsempfänger entsteht.
  • Außerdem sollte man den zusätzlichen Verwaltungsaufwand bei beiden Vertragspartnern nicht unterschätzten. Dieser mag überschaubar sein, wenn nur wenige Rechnungen zu berichtigen sind. Sind aber hunderte oder gar tausende Rechnungen zu berichtigen, wird der Aufwand erheblich. Rechnungen müssen neu geschrieben, versandt und verbucht werden. Steuerveranlagungen ändern sich und müssen in der Buchhaltung erfasst werden. Geldein- und -ausgänge müssen auf beiden Seiten ausgeführt und überwacht werden.
  • Und es lässt sich leicht nachvollziehen, dass im Zweifel gute Beziehungen zwischen den Geschäftspartner durch entsprechende Vorgänge schon etwas getrübt werden könnten.

Daneben können weitere steuerliche Risiken drohen. Dies ist insbesondere beim grenzüberschreitenden Transport entsprechender Behältnisse der Fall. Daneben sind auch die Besonderheit in den Bereichen Zoll, Bilanzierung und Ertragsteuern von Bedeutung.

Fazit: Der beste Schutz zur Abwehr solcher Risiken vom Unternehmen und seinen Mitarbeitern ist ein hoher Wissensstand der handelnden Personen. Hier setzt unser Seminarangebot an: Wir führen Führungskräfte und Mitarbeiter durch praktische Ansätze zu einem hohen Problembewusstsein. Und wir helfen beim Umsetzen des Know Hows in eine funktionierendes Organisationssystem. Bei Bedarf übernehmen wir auch ein Coaching Führungskräften und Mitarbeitern in Rahmen von Beratung und Inhausschulungen.

Unsere Referenten sind:

Markus Kirchhoff (www.pal-consult.de) – Ladungsträgermanagement

Peter Scheller (www.zoll-recht-steuern.de) – Umsatzsteuer, Ertragsteuern

Susanne Zaczek (www.zoll-service-kiel.de) – Zoll

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