T1 nicht erledigt – was tun?

von Susanne Zaczek (Kommentare: 1)

Um Zollproblemen wirksam begegnen zu können, muss man zuerst klarstellen, um was für ein Verfahren es sich handelt.

Beim T1 (Transitverfahren) werden Nichtgemeinschaftswaren unter Zoll- und Steueraussetzung durch das Gemeinschaftsgebiet befördert. Um das zu ermöglichen, muss eine Sicherheit in Höhe der zu erwartenden Einfuhrabgaben geleistet werden. Die Sicherheitsleistung erfolgt meist durch einen Bürgschaftsinhaber (Zollspediteur). Zur sicheren Identifikation dieser Güter bedient man sich einer Nämlichkeitssicherung.

Wird das Verfahren nicht ordnungsgemäß beendet, so gilt die Ware nach ZK Art. 203 als der zollamtlichen Überwachung entzogen. Es ergeht ein Steuerbescheid gegen den Bürgschaftsinhaber.

Da dieser meist nicht der Eigentümer oder Beförderer der Ware ist, wird er diesen Bescheid an seinen Auftraggeber weiterbelasten. Da an solchen Geschäften häufig mehrere Spediteure beteiligt sind, kann es einige Zeit dauern, bis der tatsächliche Schaden zu Tage tritt.

Hier sollte schnell gehandelt werden!

Wenn die Waren nicht bewusst der Überwachung entzogen worden sind, ist jedoch oftmals eine nachträgliche Heilung möglich. Dazu müssen geeignete Nachweise vorgelegt werden.

Im klassischen Fall hat der Fahrer die Papiere nicht beim zuständigen Zollamt vorgelegt.

Solange sich die Waren unverändert am Lagerort befinden und die Nämlichkeitssicherung unversehrt ist, kann die Gestellung jedoch mit einem entsprechenden Antrag nachgeholt werden.

Autorin: Susanne Zaczek, Zollagentin, www.zoll-service-kiel.de

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Kommentar von Diana Marsel |

Hallo, wir als Spediteur haben den Gestellungstermin um 1 Tag übersehen. An welches Zollamt müssen wir den Antrag auf Fristverlängerung stellen?

Vielen Dank.

Mfg.
Diana Marsel

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