Zollrechtliche und steuerliche Besonderheiten

von Peter Scheller (Kommentare: 0)

in der Logistikbranche

Die Tätigkeit von Logistikunternehmen beinhaltet das Wissen um zollrechtliche und umsatzsteuerliche Besonderheiten. Dies gilt sowohl für die eigenen Belange wie die der Kunden. Speditionen, Frachtführer, Lagerhalter und Zollagenten müssen die umsatzsteuerliche Besonderheiten eigener Leistungen kennen. Bilanzielle und ertragsteuerliche Fragestellungen kommen hinzu. Logistikunternehmen müssen die zollrechtlichen und umsatzsteuerlichen Besonderheiten ihrer Kunden bei grenzüberschreitenden Transporten beachten.

Die folgende Spezialitäten müssen Logistikunternehmen beachten.

Umsatzsteuer von Logistikunternehmens

Für Logistikunternehmen ist die Leistungsortsbestimmung von Bedeutung, weil bei Leistungen im grenzüberschreitenden Bereich daduch bestimmt wird, ob eine Leistung im Inland steuerbar oder nicht steuerbar ist. Beispiele hierfür sind:

  • Logistikdienstleistungen an ausländische Unternehmen, zum Beispiel bei Güterbeförderungen, Lagerleistung sowie die Vermittlungsleistunge und Leistungskommission
  • Bei Privatkunden gibt es besondere Regelungen bei grenzüberschreitende Beförderungen in das EU-Ausland und Drittland (z.B. bei Möbelspediteuren)

Entscheidend ist auch die Frage der Steuerfreiheit der im Inland steuerbaren Leistungen mit grenzüberschreitendem Bezug, zum Beispiel für

  • Güterbeförderungsleistungen im Zusammenhang mit Ausfuhr, externem Versandverfahren und Einfuhr mit Einschränkungen
  • Vermittlungsleistungen
  • Versicherungsleistungen (Transportzusatzversicherungen für Kunden)

Eine weitere Besonderheiten sind Leistungsbündel, die entweder als einheitliche Leistungen oder als einzeln zu beurteilende Leistung einzstufen sind. Dies ist entscheidend fürdie Leistungsortbestimmung und/oder bei Steuerpflicht von Haupt- und Nebenleistung., Z.B.:

  • Lagerleistung als Nebenleistung zur Beförderungsleistung
  • Transportversicherung als Nebenleistung zur Beförderungsleistung
  • Vermittlungsleistungen von Ausfuhrlieferungen, steuerfreie Beförderungsleistungen, Lieferungen und sonstige Leistungen im Steuerlager und in Zollverfahren, Logistikdienstleistungen, die ausschließlich im Drittland bewirkt werden und Lieferungen nach § 3 Abs. 8 UstG

Weitere Besonderheiten sind daneben die Übernahme einer Fiskalvertretung oder Besonderheiten beim Palettentausch.

Bilanzierung, Ertragsteuern und andere Steuern bei Logistikunternehmen

Bei der Jahresabschlusserstellung ist festzustellen, ob und wann Rückstellungen für die Risiken bei der Zollabwicklung für Kunden zu bilden sind. Dabei geht um die Zollschuldentstehung (einschließlich Einfuhrumsatzsteuer und Verbrauchsteuern bei der Einfuhr) aufgrund von Pflichtverstößen des Logistikunternehmens in der Auftragsabwicklung (Beispiele hierfür sind eine falsche Zollanmeldungen, Entziehen aus der zollamtlichen Überwachung, die fehlende Gestellung, Fristversäumnisse)

Zu beachten sind folgende bilanzielle und steuerliche Bereiche:

  • Besonderheiten im Palettentausch
  • Steuerfreiheit bei der Versicherungssteuer
  • Lohnsteuer und Sozialversicherung bei Fernfahrern

Tätigkeit des Logistikunternehmens für Kunden: Umsatzsteuer und Zollrecht der Geschäftskunden

Beim Tätigkeitwerden für Kunden gilt es folgendes zu beachten:

  • Tätigkeit als zollrechtlicher Vertreter oder als umsatzsteuerlicher Fiskalvertreter
  • Einsatz eigener Aufschubkonten und eigener Sicherheiten für Kunden
  • Erlass- oder Erstattungsanträgen für Kunden
  • Tarifierung und Zollwertermittlung
  • Beachtung der Bestimmungen der Einhaltung des Außenwirtschaftsgesetzes, insbesondere im Zusammenhang der Exportkontrolle
  • Anbindung der Einfuhrumsatzsteuern und der Verbrauchsteuern bei der Einfuhr an das Zollrecht
  • Einsatz von INCOTERMS
  • Steuerfreiheit beim Geschäftskunden, beispielsweise bei Leistungen in zollrechtlichen Nichterhebungsverfahren (beispielsweise Unionsversand, Zolllager, vorübergehende Verwendung, aktive Veredelung) und der vorübergehenden Verwahrung
  • der Einfuhrumsatzsteuer (z.B. im sog. Verfahren 42, Zoll- und Einfuhrumsatzsteuer-Befreiungsverordnung)

Autor: Peter Scheller, Steuerberater, Master of International Taxation, Fachberater für Zölle und Verbrauchsteuern

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